Notiz von unterwegs, besser: von unter dem Weg

Auf einem Schild am Bahnhof steht „Geburtsstadt Johann Sebastian Bachs“. Die Dame neben mir im Zug mokiert sich darüber, dass diese Formulierung doch völlig missverständlich sei. Stattdessen müsse da doch stehen „Geburtsstadt von Johann Sebastian Bach“, weil doch ansonsten Leute denken könnten, der hätte Johann Sebastian Bachs geheißen.

Zum Glück ist sie so derart beschäftigt damit, die Welt um sich herum zu verstehen, dass sie nicht mitbekommt, wie ich das hier neben ihr tippe und poste.

Wenn etliche Jahre Deutsch-Unterricht und außerschulische Sprach-Sozialisation derart spurlos an jemandem vorübergegangen sind, dann hab ich schon fast wieder Respekt davor, wie diese Person es dann schafft, im richtigen Zug zu sitzen. Na gut, sie hat ihren Mann dabei. Der ihr beipflichtet. Aber vielleicht denkt er sich auch seinen Teil, in einer verschwiegenen Ecke seines Gemüts. Also von seinem Gemüt.

P.S.: Wie heißt dann eigentlich die missverständnis-sichere Variante des Volkslieds „Freut Euch des Lebens“? „Freut Euch von dem Leben“?

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